Warum wir Hunde nicht essen.

Mit einem Huhn Gassi gehen? Schweinemilch trinken? Oder ganz extrem: Hunde auf den Grill werfen? Das ist alles unvorstellbar für uns. Doch warum eigentlich? Mit dem Hund Gassi gehen, Kuhmilch trinken und Schweine grillieren ist doch auch ganz normal?

Unsere Wahrnehmung bestimmt das Empfinden für die Wirklichkeit. Dass wir Schweinefleisch und Hundefleisch so unterschiedlich wahrnehmen liegt daran, dass wir die Tiere nicht gleich betrachten. Zu Schweinen haben die meisten keine Verbindung, doch Hunde sind tägliche Begleiter, die wir teilweise sogar wie andere Menschen behandeln (Namen geben, begrüssen und verabschieden, spielen, Geld ausgeben für ihre Gesundheit, etc.). Schweine sind genauso intelligent und zeigen ähnliche Gefühle. Einzig und alleine unsere Wahrnehmung ist entscheidend, wie wir Tiere behandeln.

Wir Menschen haben ein Schema, indem wir Tiere in essbar oder nicht essbar einordnen. Bei Fleisch von nicht essbaren Tieren, stellen wir uns automatisch das lebende Tier vor und empfinden dann Ekel.

Ob wir das Fleisch von bestimmten Tierarten essen, ist auch kulturell abhängig. Ein Hindu beispielsweise findet es wahrscheinlich genauso abschreckend Kühe zu essen, wie wir es verabscheuen, Hunde zu essen. Und doch betrachtet der Mensch seine eigenen Vorlieben als richtig.

Karnismus ist ein Begriff, der von der Psychologin Dr. Melanie Joy ins Leben gerufen wurde. Er bezeichnet diese fest verankerte Ideologie. Karnismus lernt uns in bestimmten Situationen unser Mitgefühl auszuschalten. Die drei Verteidigungsmechanismen des Karnismus sind: Verborgenheit, Aufbau auf Mythen und Wahrnehmungsverzerrung. Aber eines nach dem anderen.

Verborgenheit: Diese Ideologie hatte lange keinen Namen und es wurde auch nicht darüber gesprochen. Fleischesser betrachten ihren Konsum nicht als Wahl, sondern als Normalzustand. Auch die Opfer des Karnismus sind verborgen. Wann hast du zuletzt ein Schwein auf einer Wiese gesehen? Es gibt fast doppelt so viele Nutztiere wie Menschen. Wo sind sie alle? Wir sehen sie nicht, weil wir sie nicht sehen sollten.

Aufbau auf Mythen: In einer Diskussion zwischen Veganer*innen oder Vegetarier*innen und Fleischesser werden meist Mythen als Fakten bezeichnet: Fleisch zu essen sei normal, natürlich und notwendig. Es ist auch normal und natürlich einen Hund zu essen? Notwendig ist Fleisch essen nicht. Es zu ersetzen jedoch schon. Unter Nährwerte kannst du nachsehen wie.

Wahrnehmungsverzerrung: Wir nehmen das Fleisch auf dem Teller nicht mehr als Tier wahr. Es wird eher zu einem Objekt, wir essen «etwas» und nicht «jemanden».


Quellen

Buch von Melanie Joy (2013): Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen,
www.albert-schweitzer-stiftung.de