Wie ein Vitamin verschwindet.

Schätzungsweise leiden über 10% der Bevölkerung an einem Vitamin-B12-Mangel. In Teilen von Asien und Afrika sind bis zu 80% davon betroffen. Die Erklärung dafür ist einfach: Das Vitamin ist, in nennenswerten Mengen, nur in tierischen Lebensmitteln zu finden. Ein Mangel ist nicht zu unterschätzen, denn er kann schwere Nervenschäden mit sich ziehen.

Veganer*innen sind besonders gefährdet, da sie keine tierischen Produkte konsumieren. Dass das Vitamin nur noch in tierischen Lebensmitteln vorhanden ist, hat folgende Gründe: Unsere Böden und Gewässer enthalten durch die Belastung von Chemikalien kaum mehr Bakterien, die das Vitamin B12 herstellen. Dazu kommt, dass unser Gemüse stark gesäubert wird, bevor wir es verzehren. Daher müssen die Menschen ihr Vitamin B12 durch Tiere zu sich nehmen. Vor allem Rinder, Pferde oder Schafe produzieren es in ihren Mägen oder Därmen. Bei Schweinen und Hühnern wird das Vitamin zusätzlich ins Futter beigemischt. Kurz gesagt: Auch bei Fleischessern wird das Vitamin indirekt supplementiert.

Die Folgen eines Vitamin-B12-Mangels sind nicht zu unterschätzen. Da unser Körper das Vitamin jahrelang speichern kann, merken wir nicht, dass wir zu wenig zu uns nehmen. Daher kann es vorkommen, dass Veganer*innen erstmal jahrelang keine Mängel vorweisen. Doch bei fehlender Zufuhr wird die Zellteilung gestört, was zu Gedächtnisschwäche, Ermüdung, neurologischen Beschwerden oder sogar Depressionen führen kann.

Doch nicht nur Veganer*innen haben mit der Zufuhr zu kämpfen. Zu wenig Magensäure, durch hemmende Medikamente, oder entzündliche Magenkrankheiten etc. stören die Aufnahme des Vitamins ebenfalls.

Fest steht: Mit einer veganen Ernährung ist die Zufuhr des Vitamin B12 nicht gewährleistet. Es wird dringend empfohlen es in Form von Tabletten, angereicherten Lebensmittel oder Zahnpaste zu supplementieren. Es ist darauf zu achten, dass die Präparate für Veganer*innen geeignet sind und genügend Vitamin-B12 enthalten ist! Ebenfalls ist es möglich sich beim Arzt das Vitamin spritzen zu lassen.


Quellen

www.ndr.de, www.swissveg.ch, www.quarks.ch